Nihar Sabnis erhält Doktorgrad (Dr-Ing.)

Am Montag, den 09. März 2026, verteidigte Nihar G. Sabnis seine Dissertation mit dem Titel: „Re-envisioning Touch: Designing Embodied Material and Force Experiences with Motion-Coupled Vibrotactile Feedback”. Seit Oktober 2021 war er Doktorand der Informatik am Saarland Informatics Campus in Saarbrücken und am Max-Planck-Institut für Informatik unter der Betreuung von Dr. Paul Strohmeier und Prof. Hans-Peter Seidel, Leiter der Abteilung „Computergrafik”. Der Doktorgrad wird von der Universität des Saarlandes verliehen.

Zusammenfassung der Dissertationsschrift:
Wenn wir mit der Welt über den Tastsinn interagieren, beispielsweise beim Dehnen von Stoff, Drücken eines Schwamms, Drehen eines Gegenstands oder Greifen eines Werkzeugs, erzeugen unsere Bewegungen subtile Vibrationen, die uns helfen, Materialeigenschaften wie Textur, Weichheit und Kraft wahrzunehmen. Diese Vibrationen sind eng mit unseren Handlungen verbunden. Im Gegensatz dazu basieren die meisten digitalen Systeme auf „summenden“ Vibrationen, die sich künstlich anfühlen und keinen Bezug zu unseren Bewegungen haben.
In meiner Dissertation untersuche ich, wie die Synchronisierung von Vibrationen mit Benutzeraktionen – ich nenne dies bewegungsgekoppelte Vibrination – die digitale Berührung von einem passiven Signal in eine verkörperte, handlungsorientierte Erfahrung verwandeln kann. Während meiner Promotion habe ich Open-Source-Hardware mit geringer Latenz entwickelt, um bewegungsgekoppelte Vibrationen zu erzeugen, untersucht, wie bewegungsgekoppelte Vibrionen dazu beitragen können, intuitive taktile Symbole zu schaffen, psychophysikalische Studien durchgeführt, um die Wahrnehmungsmechanismen zu untersuchen, die bewegungsgekoppelte Vibrionen als verkörpert empfinden lassen, und die virtuelle Materialwiedergabe mit einem einzelnen Gliedmaß unter Verwendung von bewegungsgekoppelten Vibrionen auf beidhändige Materialerfahrungen wie Dehnen, Biegen und Drehen ausgeweitet. Meine Forschung zeigt, wie bewegungsgekoppelte Vibrationen ohne mechanische Betätigung ein reichhaltigeres Gefühl von Materialität, Verbundenheit und Kraft hervorrufen können. Zusammengenommen tragen diese Beiträge dazu bei, bewegungsgekoppelte Vibrationen besser zu verstehen und gleichzeitig ihre Anwendbarkeit zu erweitern, um natürlichere und verkörperte Materialerfahrungen zu schaffen und die Grenzen der mit vibrotaktilem Feedback geschaffenen Erfahrungen zu erweitern.